Offenen Brief gegen den Frauenmord an Besma A.

Ein Frauenmord ist kein Einzelfall und kein Versehen!

Gemeinsam mit vielen anderen Organisationen und Einzelpersonen haben wir einen  Offener Brief  gegen den Frauenmord an Besma A. mitunterzeichnet. Besma A. wurde Mitte April in Niedersachsen von ihrem Ehemann erschossen, der Täter wurde noch am selben Tag wieder auf freien Fuß gesetzt.
Der Offene Brief wurde inzwischen an zahlreiche Bundesministerien sowie niedersächsische Landesministerien übergeben und es hat eine Social-Media-Aktion stattgefunden.

Mit dem Schreiben verbunden war eine Liste von Forderungen, denen wir uns anschließen:

  • Wir fordern Sie auf, Frauen immer ernst zu nehmen, wenn sie Anzeige erstatten.
    Wir fordern Sie auf, Frauen den bestmöglichen Schutz vor Gewalt zu bieten.
  • Wir fordern Sie auf, gefährliche Täter rasch strafrechtlich zu verfolgen und zur Verantwortung zu ziehen!
  • Wir fordern Sie auf, alles zu tun, um die Einstellung von Strafverfahren zu reduzieren, und lückenlos zu ermitteln!
  • Wir fordern Sie auf, klare Richtlinien und Gefährlichkeitseinschätzungen für U-Haftanträge zu erstellen!
  • Wir fordern Sie auf, verpflichtende Schulungen auch für JuristInnen, AnwältInnen, StaatsanwältInnen und RichterInnen einzuführen, für mehr Sensibilisierung und für ein besseres Verständnis von Traumatisierung, geschlechtsspezifischer Gewalt an Frauen, Täterstrategien und Manipulation von Gewalttätern!
  • Wir fordern Sie auf, endlich das Budget für den Gewalt- und Opferschutz substanziell zu erhöhen!
  • Wir fordern Sie auf, die Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen finanziell und langfristig abzusichern!
  • Wir fordern die Benennung von Feminizid in Medien und Politik – geschlechtsspezifische Gewalt muss sichtbar gemacht werden!
  • Wir fordern eine Reform des Tötungsstrafrechts und die Einführung von Feminizid als ein strafverschärfendes Merkmal im Strafgesetz!
  • Wir fordern eine aussagekräftige statistische Erfassung von Feminizid!
  • Wir fordern die sofortige Umsetzung der Istanbul Konvention!

Wir wollen endlich Taten sehen!  Keine Frau darf im Stich gelassen werden! Keine Frau darf mehr ermordet werden!

 

Geschlechtsspezifische Gewalt bei Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen

SPENDENAUFRUF LILA IN KÖLN

 

  • Gewalt gegen Frauen und Mädchen war bereits vor der Coronakrise ein beträchtliches gesellschaftliches Problem. Die Krise und die Isolierungsmaßnahmen verschärfen jedoch die Problematik der Gewalt an Frauen und Kindern und stellen die Einrichtungen vor besondere Herausforderungen. Natürlich sind die spezialisierten Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen von LILA IN KÖLN auch aktuell für gewaltbetroffene und bedrohte Frauen und Mädchen erreichbar.
  • Wir von LILA IN KÖLN teilen die bundesweite Einschätzung von Fach- und Beratungsstellen, dass während der Krise gerade für Frauen in bereits belasteten Partnerschaften die Gefahr wächst, dass körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt zunehmen. Weitere, neue Fälle werden in dieser Ausnahmesituation dazukommen. Gleiches gilt auch für sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

Die Finanzierung der einzelnen Einrichtungen von LILA IN KÖLN ist unterschiedlich und doch sind wir alle darauf angewiesen, zumindest einen Teil des Budgets über Eigenmittel zu sichern. Ein großer Anteil dieser Eigenmittel wird normalerweise durch Honorare für die Fortbildung anderer Berufsgruppen, Honorare für Fachvorträge, aber auch durch Veranstaltungen erwirtschaftet. Alle diese Möglichkeiten sind während der Coronakrise nicht gegeben, es ist derzeit völlig unklar, wie lange diese Situation andauern wird. Auch Bußgelder vom Gericht sind rückläufig, da viele Prozesse vertagt werden. Ohne diese Einnahmen sind unsere Existenzen gefährdet.

UNTERSTÜTZEN SIE UNS JETZT, damit das vielfältige Angebot von LILA IN KÖLN weiterhin bestehen kann. Frauen und Mädchen dürfen in der aktuellen Krise und danach nicht alleine bleiben!

Die Spendenkonten der 11 Einrichtungen finden Sie unter
„beteiligte Frauenprojekte“ oder über die verlinkten Websites der Projekte (z.T. gibt es dort sichere Online-Spendenformulare).
Spenden an gemeinnützige Vereine können steuerlich geltend gemacht werden!

Ausstellung vom 7. – 20. März 2020

WER BRAUCHT FEMINISMUS ?

Die Wanderausstellung war vom 7.-20.3.2020 im Lichthof im Spanischen Bau des Rathauses zu sehen. Sie wurde am Samstag, 7. März von OBin Henriette Reker eröffnet; weitere Rednerinnen waren Jasmin Mittag (Kuratorin der Ausstellung) und Chiara Makowski (für LILA IN KÖLN).

Durch die Einschränkungen durch die Corona-Krise konnte im Rahmenprogramm nur noch der Vortrag „Wer braucht Feminismus heute?“ mit Carolin Brener (Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, Leverkusen) stattfinden. Die beiden anderen geplanten Veranstaltungen – der Feministische Salon zum Thema „Femvertising – das neue Sex sells oder ehrlicher Feminismus?“ sowie der Vortrag „Wie politisch ist das Private? Hannah Arendt und die Frauenfrage“ mit Kira Lizza vom Bonner Haus der Frauengeschichte – mussten leider abgesagt bzw. auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben werden. Bitte beachten Sie diese Website für neue Termine.

 

Flyer Köln als pdf zum Download
Kampagne (www.werbrauchtfeminismus.org